Startseite

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Anzeigen

Verlagsprogramm

Abonnements

Partner und Links

Login Abo-Bereich

RSS-Feed

Impressum

Onlineshop
 

 


Top-Ziele für Investitionen wandeln sich
Chinas Metropolen im Vergleich

 

von Wolfgang Haag / Bernd Hartmann / Zhang Bing

 

Seit 2002 steht China an der Spitze des Foreign Direct Investment Confidence Index. Das Land hat sich einen festen Platz im Weltgefüge der Wirtschaftsmächte gesichert und in der jüngsten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise eine wichtige stabilisierende Wirkung auf die Weltwirtschaft ausgeübt. Doch so wie die chinesische Wirtschaft nach vorn prescht, ändern sich auch die Rahmenbedingungen im Land.

 

Wer auch in Zukunft weiterhin erfolgreich in China investieren möchte, sollte sich diese Veränderungen zunutze machen.
Gewusst wo. Im Bereich der lohnintensiven, traditionellen Produktion zeigt sich eine klare Verschiebung weg von den Tier-1-Städten wie Shanghai, Peking und Shenzhen hin zu – ebenfalls an der Küste gelegenen – Tier-2-Städten wie Hangzhou, Ningbo und Xiamen. Allerdings steigen die Lohnkosten in den Küstengegenden rasch an. Hinzu kommen soziale Probleme, die durch die Fülle an Wanderarbeitern verursacht werden, die quer durch China reisen. So setzt sich die chinesische Zentralregierung seit geraumer Zeit verstärkt für eine weitere geografische Verlagerung der traditionellen produzierenden Industrien ein.
Erste Konsequenzen sind sichtbar: Im Westen ist die Stadt Chengdu auf dem Vormarsch (Platz vier im Attraktivitätsranking der 30 wichtigsten Städte Chinas), im Inland Zhengzhou und Hefei (Plätze acht und neun) und im Norden hat Dalian an Stärke gewonnen (Platz sieben). Es ist zu erwarten, dass sich diese Entwicklung in Zukunft noch deutlich verstärken wird. Auch wenn sich heute die Hochburgen der lohnintensiven Produktion nach wie vor in den Küstengegenden befinden, sollten Investoren, die weiterhin von den attraktiven Lohnkosten in China profitieren wollen, den Westen, den Norden und das Inland verstärkt berücksichtigen.
Bei der Hightech-Produktion führen Peking, Shenzhen, Shanghai und Hangzhou die Liste der Top-Destinationen für Auslandsinvestitionen an. Alle vier Städte zeichnen sich durch einen hohen Lebensstandard aus. Peking und Shanghai können darüber hinaus mit einem großen Angebot an qualifizierten lokalen Akademikern und Rückkehrern aus Übersee sowie einem freundlichen Geschäftsklima aufwarten. Shenzhen und Hangzhou wiederum prägt ein starker Unternehmergeist, der Talente aus dem ganzen Land anlockt.
In der Kategorie Finanzdienstleistungen/Firmenhauptsitze liegen Peking, Shenzhen und Shanghai vorn, gefolgt von Kanton. Ihre Vormachtstellung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es die dynamischsten und global am besten vernetzten Städte des Landes sind. Ungeachtet ihrer vergleichsweise hohen Lohn- und Lebenshaltungskosten sollten sie, zusammen mit Hangzhou, vorerst die erste Wahl eines jeden Investors bleiben, der in Hightech-Produktion oder Finanzdienstleistungen investieren oder eine Firmenzentrale in China errichten möchte.
Für den Bereich des Service-Out­sourcings zeigt sich ein gemischteres Bild. Aufgrund der großen Dichte an dort angesiedelten Firmenzentralen ist es den Städten Shanghai, Peking und Shenzhen gelungen, eine »Shared-Service-Funktion« für den asiatisch-pazifischen Raum zu entwickeln. Shen­zhen fungiert beispielsweise quasi als Back-Office für die in Hongkong basierten Finanzinstitute. Es sind vor allem das große Angebot an Arbeitskräften mit Fremdsprachen- und Soft­wareentwicklungskenntnissen, die Nähe zu dynamischen wirtschaftlichen Aktivitäten sowie die weltweite Vernetzung, die diese drei Städte für Investitionen in die Bereiche Service-Outsourcing/Offshoring besonders attraktiv machen.
In dem Maße, wie sich diese Aktivitäten entwickeln, nimmt jedoch auch der Wettbewerb um gute Arbeitskräfte zu. Als Folge weisen die Spitzenstädte in diesen Bereichen eine Abwanderungsrate von bis zu 35 Prozent auf. Dadurch kann die Kontinuität eines Betriebs mitunter erheblich unter Druck geraten. So haben inzwischen auch einige Tier-2-Städte erfolgreich Service-Outsourcing-Aktivitäten ansiedeln können. Ein besonders namhaftes Beispiel ist Dalian. Für Investitionen in diesen Bereich empfiehlt sich also eine ausgewogene Strategie zwischen Tier-1- und Tier-2-Städten.
Inlandsmarkt immer wichtiger. In der Vergangenheit erfolgte die überwiegende Mehrheit der Investitionen in China exportmotiviert. Investiert wurde vorrangig in Fertigungskapazitäten entlang der Küste, von denen aus leicht im- und exportiert werden konnte. Mit einer rapide wachsenden Kaufkraft der chinesischen Verbraucher wird indes auch der chinesische Inlandsmarkt immer wichtiger – ein Trend, der sich durch die Bemühungen der chinesischen Regierung, die Binnennachfrage anzukurbeln, noch verstärken wird.
Für Investoren ergeben sich dadurch in zweifacher Hinsicht neue Chancen: Vielversprechend sind zum einen Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte und Technolo­gien, um den Binnenmarkt bestmöglich zu bedienen. Potenzial bietet etwa die chinesische Automobilindustrie, denn 2009 hat China die USA als größten Pkw-Markt abgelöst. Aussichtsreich sind zum anderen Investitionen in ein nationales Verteilsystem, um auch in Tier-2- oder gar Tier-3-Städten die Verbraucher mit Produkten zu versorgen, die sie sich einst mitunter nicht leisten konnten.
Risiken vorbeugen. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftkrise hat die Investitionsfreude in den vergangenen beiden Jahren gedämpft. Nichtsdestotrotz bleibt China aufgrund seines mittelfristigen Wachstumspotenzials auch in der Nachkrisen-Ära eines der attraktivsten Investitionsziele überhaupt.
Allerdings ist es wichtig, dass Investoren in allen Bereichen rechtzeitig Strategien entwickeln, um die vier wesentlichen Risiken zu minimieren, die im Land bestehen: So gilt es für exportorientierte Investoren vor allem, sich vor drohenden Handelskonflikten und Währungsrisiken zu schützen. Investoren, die den chinesischen Inlandsmarkt im Visier haben, sollten sich vor allem gegen einen übermäßigen Wettbewerb rüsten und Vorkehrungen treffen für den Fall einer nationalen Finanzkrise.

 

 

Wolfgang Haag
ist Partner im A.T. Kearney Büro Düsseldorf.
Bernd Hartmann
ist Partner im A.T. Kearney Büro Shanghai.
Zhang Bing
ist Partner im A.T. Kearney Büro Shanghai.

 

 

Kontakt:
wolfgang.haag@atkearney.com
bernd.hartmann@atkearney.com
bing.zhang@atkearney.com

 

 

Zurück


Social Networks


diese Seite drucken        diese Seite als Mail versenden

 
Geschäftskalender
September 2010
MoDiMiDoFrSaSo
01 02 03 04 05
06 07 08 09 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30

 
Suche
 
   




Folder Wirtschaftsjahrbücher

Verlagsprogramm




Unsere Wirtschaftsmagazine können Sie im Originallayout als E-Paper lesen. Vergangene Ausgaben unserer Magazine finden Sie hier.

Hier gelangen Sie zur PDF des Jahresinhalts- verzeichnis 2009 der Wirtschaftsmagazine ChinaContact und TaiwanContact. Außerdem können Sie hier fehlende Hefte nachbestellen.

Kooperation mit der MOFCOM-Akademie für internationalen Handel
Empfehlung der Deutschen Botschaft in Peking
Portrait des Wirtschaftsmagazins ChinaContact als PDF


Impressum der Homepage

Vorschau
Personalien
Redaktions-
beirat
Überblick Regional-
partnerschaften Deutschland - China

 

 

 
Verlag | Ost-Mitteleuropa | Asien/China | Kontakt | Impressum | Sitemap
| | Mitteilungen | EU-China-Nachrichten | Asien-Extras |