Auf der EXPO wie
in Düsseldorf fühlen
NRW-Landeshauptstadt – Beispiel
für eine lebenswerte Stadt
Die Düsseldorfer zeigen auf der Weltausstellung ihr Modell für eine lebenswerte Stadt. Dabei können die Besucher die Metropole am Rhein nicht nur virtuell, sondern auch real erleben.
Gedankenverloren hängt der kleine Kerl über der »Kaimauer« des Rheins und verfolgt die Rheinkähne, die sich virtuell über das ebenfalls virtuelle Wasser bewegen. Später geht er drei Schritte weiter zum Düsseldorfer Media-Hafen, wo er durch Handbewegung Drachenboote in Bewegung setzen kann. Die Begeisterung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Begeisterung auch an der Videowand, die den Rheintunnel der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zeigt: Virtuell bewegen sich die Autos durch den Tunnel und die Besucher können mit einfachen Handbewegungen Lichtreflexe der Autos erzeugen.
Die Metropole als eine »lebenswerte Stadt« erfühlen, das ist die Idee, die dahinter steht. »Die Besucher sollen sich als Düsseldorfer fühlen«, sagt Thomas Franken von der Messe Düsseldorf GmbH, der durch die Ausstellung führt. Und das nicht nur virtuell, sondern ganz real, denn die Besucher des Pavillons können in die Düsseldorfer Altstadt eintauchen, wobei sie über das alte Kopfsteinpflaster der Uferpromenade laufen, über das sie auch in Düsseldorf gehen würden. Die nachgebauten Häuser haben die Original-Klinkerfassade. Und von der Rheinterrasse, die wie im Original mit Bohlen ausgelegt ist, kann durch Ferngläser ein 360-Grad-Blick auf die Metropole genossen werden.
Best Practice aus der Heine-Stadt. Düsseldorf gehört neben Bremen, Freiburg und Hamburg zu den vier deutschen Städten, die ausgewählt wurden, Erfahrungen beim ökologischen Stadtumbau in der Best Practice Area der Shanghaier Weltausstellung zu demonstrieren. Schwerpunkt ist dabei die Wiedererstehung des Rheinufers, so dass die Altstadt wieder direkt bis an den Fluss reicht. Dazu wurde die Uferstraße in einen Tunnel verbannt. Zweiter Schwerpunkt ist die Umgestaltung des Hafens zum Media-Hafen: Hier geht es unter anderem darum zu zeigen, wie aus alten Strukturen neue werden können, um einen Standort für die Ansiedlung von Kreativwirtschaft interessant zu machen. Die Projekte werden in einem separaten Ausstellungsraum beschrieben.
Die 400 Quadratmeter große Ausstellung der Düsseldorfer dient
darüber hinaus dazu, bei den Besuchern das Interesse an der Metropole zu wecken. So wird die Stadtgeschichte – ebenfalls virtuell – dargestellt: Die Besucher können interaktiv durch die Jahrhunderte blättern und am Ende bei einem Quiz beweisen, was sie gelernt haben. Als Preis winkt ein Düsseldorfer Original – der Radschläger. Daneben finden einmal im Monat Thementage statt. Im Juni stand Heinrich Heine im Mittelpunkt, im Juli wird sich alles um Mode und Sport drehen. Düsseldorfs Städtepartnerschaft mit Chongqing ist im August der Schwerpunkt, während im September der Düsseldorf-Tag veranstaltet wird, auf dem das Thema Architektur thematisiert wird. Zum Abschluss geht es dann im September um Brauchtum und Lifestyle.
Mit den Thementagen wird die Aufmerksamkeit für die Urban Best Practice Area, die sich auf der Puxi-Seite der EXPO befindet, zusätzlich erhöht. Die meisten Besucher zieht es eher nach Pudong, wo sich die Länderpavillons befinden. Schade sei das, meint beispielsweise die Direktorin des österreichischen Pavillons, Elisabeth Fintl, sei doch die Urban Best Practice Area genau der Ort, an dem das Thema der EXPO direkt im Mittelpunkt stehe.
Immerhin zählen die Düsseldorfer 8.000 bis 9.000 Gäste am Tag. Und mit bestimmten Maßnahmen der EXPO-Verwaltung sollen die Besucherströme stärker nach Puxi gelenkt werden: So ermöglichen Besucherstempel aus den Pavillons in der Urban Best Practice Area einen leichteren Zugang zu den Länderpavillons in Pudong. Bei Wartezeiten von bis zu vier Stunden, mit denen etwa Besucher des deutschen Pavillons zu rechnen haben, dürfte das ein Anreiz sein. Lohnenswert ist es allemal, sich anzuschauen, welche Lösungen die einzelnen Städte für die urbane Zukunft haben. Und der Erfahrungsaustausch ist gefragt, stehen doch viele chinesische Städte heute vor ähnlichen Problemen wie in Düsseldorf. pt
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