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Flexible Sammeldeckungen bei Exportgeschäften nutzen
Liquidität durch Refinanzierung aufbauen

von Jörg Walter

 

Die Exportkreditgarantien des Bundes schützen vor einem Zahlungsausfall aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen. Exportgeschäfte mit hohen Auftragswerten und langen Kreditlaufzeiten oder die Lieferung in risikoreiche Märkte können meist nur mit Hermesdeckungen vor einem Ausfall geschützt werden.

Indien gehörte 2005 mit Rang acht erstmals zu den Top-Ten-Ländern der Hermesdeckungen. Nachdem 2008 das Deckungsvolumen die Milliardengrenze überschritt, lagen im vergangenen Jahr im Zuge der Finanzkrise die abgesicherten Exporte trotz eines starken Rückgangs wieder im langjährigen Mittel. Der Wirtschaftsabschwung wird in Indien dadurch gemildert, dass die Realwirtschaft verglichen mit der der meisten Industrieländer stärker auf den Binnenmarkt konzent­riert ist und nur eine relativ geringe Exportabhängigkeit von gut 20 Prozent aufweist. Zudem dürfte das BIP im laufenden Jahr aufgrund der von der indischen Regierung aufgelegten Konjunkturprogramme um rund sieben Prozent wachsen, was sich auch in den Einfuhren widerspiegeln wird.
Der Schutz vor dem Zahlungsausfall ist die primäre Aufgabe einer Hermesdeckung. Zusätzlich ergeben sich noch Möglichkeiten zur Finanzierung beziehungsweise Refinanzierung, die viele Unternehmen nicht nur in Zeiten der Finanzkrise gern nutzen. Eine Exportkreditgarantie ist eng mit der Bonität der Bundesrepublik verbunden und überträgt diesen hohen Wert auch auf die abgesicherten Exportgeschäfte.

 

Refinanzierung von Lieferantenkrediten.

Die typische Hermesdeckung ist eine Lieferantenkreditdeckung. Größere Exportgeschäfte werden häufig zu Kreditbedingungen abgeschlossen, so dass Unternehmen ihren Kunden oftmals für mehrere Jahre Kredite einräumen. Die Finanzierung des eigenen Unternehmens muss dann für die Zeit der Produktion, der Lieferung und der restlichen Laufzeit des Kredits sichergestellt werden. Gerade nach der Auslieferung von mittel-/langfristig finanzierten Investitionsgütern ist es für Unternehmen wichtig, Liquidität für neue Projekte zu erhalten. Eine Variante ist die Einbindung von Fremdkapitalgebern durch die Verwendung der Exportkreditga­rantie als Kreditsicherheit (Sicherungs­abtretung) oder die Forfaitierung zu Refinanzierungszwecken. In jedem Fall erhöht die Hermesdeckung den Wert der Forderung aus dem Exportgeschäft.
Forderungsverkäufe zur Finanzierung von Exportgeschäften haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Deshalb hat die Bundesregierung die Regeln für die Abtretung beziehungsweise den Verkauf von hermesgesicherten Geschäften deutlich vereinfacht. Jetzt gilt die Zustimmung des Bundes zur Abtretung als prinzipiell erteilt, wenn anerkannte Empfänger wie Kreditinstitute der EU oder inländische Finanzdienstleister die Forderung aufkaufen. Im Ergebnis sind damit sowohl Forderungsverkauf als auch Sicherungsabtretung zustimmungsfrei. Vielfach nutzen Exporteure die einfachen und flexiblen Sammeldeckungen, um ihre regelmäßigen Lieferungen ins Ausland vor einem Zahlungsausfall zu schützen. Sowohl eine einzelne Forderung als auch sämtliche Forderungen, die mit einer Hermesdeckung abgesichert sind, können abgetreten werden.

 

Finanzierung von Exportgeschäften durch Banken.

Eine weitere Möglichkeit ist die Einbindung einer Bank direkt in die Vertragsverhandlungen mit dem ausländischen Besteller. Die Exporteure bieten ihren ausländischen Kunden zusammen mit einer Bank eine komplette Finanzierung der Lieferung an und nutzen dafür den Schutz der Exportkreditgaran­tien. Dies hat für den ausländischen Kunden den Vorteil, dass oftmals deutlich attraktivere Finanzierungskonditionen angeboten werden können. In diesem Fall vergibt die Bank den Kredit an den ausländischen Käufer und sichert ihn mit einer Hermesdeckung (Finanzkreditdeckung) ab. Der ausländische Kunde zahlt die Kreditraten direkt an die finanzierende Bank. Von dieser erhält der Exporteur den Kaufpreis bei Lieferung und ist unabhängig von den Zahlungen des Kunden.
Im Auslandsgeschäft werden häufig Akkreditive zur Sicherung der Zahlung eingesetzt. Damit Banken vor dem Risiko der Bestätigung von Akkreditivforderungen geschützt sind, kann hierfür ebenfalls eine Hermesdeckung abgeschlossen werden.
Unternehmen, die Hermesdeckungen in ihr Cash-Management einbinden, profitieren von einer stabilen Risikovorsorge und können auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihren Kunden attraktive Angebote machen.

 

2011/12 – Deutschland-Jahr in Indien
Synergiebildung wieder gefragt

Seit 2005 kooperiert der APA eng mit dem Auswärtigen Amt bei den Deutschland-Jahren in Asien. Die Möglichkeiten, die eine Beteiligung der deutschen Wirtschaft bietet, wurde beim Deutschland-Jahr in Japan 2005/2006 und beim diesjährigen Deutschland-Jahr in Vietnam nicht optimal genutzt. Sehr erfolgreich dagegen verläuft das Projekt »Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung« (DuC): Seit 2007 trägt das professionell aufgezogene Großprojekt dazu bei, das positive Deutschlandbild in China zu stärken und neue Regionen für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit zu erschließen. Die Besonderheit von DuC besteht in seinem partnerschaftlichen Projektansatz, der einzigartigen Synergie­bildung zwischen Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft und der starken Beteiligung deutscher Unternehmen beim Themenschwerpunkt »Nachhaltige Urbanisierung«.
In den Jahren 2011/2012 soll dieser Erfolg in Indien fortgesetzt werden. Unter der Projektträgerschaft von Auswärtigem Amt, Goethe-Institut, APA und Bundesministerium für Bildung und Forschung werden partnerschaftliche und integrative Projekte hervorgebracht, die Deutschlands Position in Indien als Partner für die Lösung von Zukunftsaufgaben nachhaltig stärken. Eine Beteiligung der deutschen Wirtschaft wird analog zu DuC angeboten: Im Sommer soll das Beteiligungskonzept stehen. Der APA ist davon überzeugt: Indien ist für die deutsche Wirtschaft ein Markt mit hohem Potenzial.

C.Strueber@bdi.eu

 

Baden-Württemberg International
Landesförderung für IMTEX 2011 beschlossen

Die Messe IMTEX – Indian Metal-Cutting Machine Tool Exhibition mit der Parallel­ver­anstaltung Tooltech ist mit 940 Ausstellern und 80.000 Fachbesuchern die bedeutendste internationale Werkzeugma­schi­nenmesse Süd- und Südost­asiens. Nach den sehr erfolgreichen Beteiligungen auf der IMTEX 2007 und 2009 sowie auf der IMTEX Forming 2010 beteiligt sich Baden-Württemberg auch an der IMTEX 2011, die vom 20. bis 26. Januar 2011 in Bangalore veranstaltet wird, mit einer Firmengemeinschaftsausstellung. Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2010

 

Fabtec und i-plast
»Das Angebot muss zum Markt kommen«

om 21. bis 24. Januar 2011 finden im Messekomplex Codissia im indischen Coimbatore die Fachmessen Fabtec – Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung, Fügetechnologie, Lackieren und Beschichten und i-plast – Fachmesse für Kunststoffverarbeitung statt. Die von der P.E. Schall GmbH & Co.KG gemeinsam mit indischen Partnern organisierten Veranstaltungen stellen jeweils bereichsübergreifend die Prozessketten Blechteile-Komplettfertigung und Kunststoffteile-Produk­tion dar und vermitteln so den Fachbesuchern Know-how und Equipment. Der 2009 sehr erfolgreich gestarteten Fabtec wird mit der i-plast ein Pendant in Bezug auf die Kunststoffverarbeitung an die Seite gestellt, denn Kunststoffteile gilt es genauso wie Blechteile zu Baugruppen zu fügen sowie Lackierungen und Beschichtungen aufzubringen.

www.schall-messen.de

 

Bayernstand auf INTEC 2010
Bayern International und der VDMA Bayern unterstützen Unternehmen bei ihrem Messeauftritt auf der traditionsreichen Investitionsgütermesse INTEC, die sich an Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Neue Werkstoffe wendet. Die INTEC findet vom 1. bis 5. September 2010 in Coimbatore statt.

Bayern International GmbH, Kai Walliser
Telefon 089/ 66 05 66-307

 

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